
Vorlesungsunterlagen, Mitschriften, Hausübungen, Ephemera zu Ghost Trap, 2024
Ausstellungsansicht HALLE FÜR KUNST, 2026
Foto: kunst-dokumentation.com
Michael Krebber suchte über die letzten vier Jahrzehnte hinweg konsequent neue Wege in und aus der Malerei, stets im Spannungsfeld zwischen ihrer vermeintlichen Erschöpfung und ihrem Fortbestehen. Dabei entwickelte er einen konzeptuellen Ansatz, der die Systeme und Prozesse der Kunst durch subtile Hinweise hinterfragt und offen kritisiert.
Um das Jahr 2000 herum besuchte Krebber Seminare von Oswald Wiener und Friedrich Wolfram Heubach in der Kunstakademie Düsseldorf, und danach auch das erste Semester von einem Seminar Wieners über Automatentheorie.
Davon werden die Arbeitsunterlagen Wieners und Krebbers Mitschriften von den Unterrichtsstunden und seine Hausaufgaben gezeigt.
Die Fotografien, die Broschüre mit Diagrammen, zwei Postkarten und der Pressetext sind Ephemera von Krebbers Ausstellung bei Greene Naftali in New York, Ende 2024.
„The elements here are the contents of my studio, set up on the ground floor at Greene Naftali. After I had had an idea for how to finally handle and accomplish the task I had defined for myself, and after setting up an experimental arrangement for that, I decided to just switch the power button off and ship this complete painting machine to the gallery and that way to also be rid of it.“
Im Pressetext gibt es einen Hinweis auf Retour á l’ordre oder Return to Order, einer Kunst, die nach dem 1. Weltkrieg entstand. Das war eine Problematik dieser Ausstellung, in der es direkt keinen Bezug zu Wiener gab. Aber neben dem Pressetext, außerhalb der Ausstellung, wurden einige Abschriften von Wieners Seminar mit Turing-Maschinen und Notizen dazu gezeigt.
Bei der Introspektion geht es darum, Vorgänge beim Lösen von spezifischen Aufgaben in einer präzisen Versuchsanordnung zu beobachten. Das hieße aber, auf Lösungen zu verzichten, würde man sich hier tatsächlich auf die Vorgänge und nicht das Lösen konzentrieren.
Krebber wollte mit den Notizen aber nicht einen Verzicht von Lösungen zeigen, sondern ihm bekannte Möglichkeiten, Maschinen eventuell verbessern und beschleunigen zu können.
Michael Krebber spricht im Rahmen einer Veranstaltung mit Kurator Sandro Droschl über seine Arbeit und die Ausstellung A.rtificial I.ntrospection O.
Michael Krebber *1954 Köln, lebt in Köln und New York